SANDRA BROWN
Sandra Brown

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Eisige Glut

sl

23. Dezember 2015

Einfach nur furchtbar.

Bereits der deutsche Titel "Eisige Glut", wohl eine salbungsvolle Contradictio in adjecto von deutscher Verlagsseite, nimmt alles vorweg: Zu langweilig und kalt als Krimi, zu langweilig und kalt als Softporno.

Ein durchweg schlecht geschriebenes Buch, unzählige derart abgedroschene Klischees, dass man davon Hirnblutungen bekommt: Sie küssten sich minutenlang ohne zu atmen. / Sie erbebte mit jeder Faser ihres Körpers ... Dieses seitenweise hirnlose Gewäsch empfindet angeblich eine Frau, die in Todesangst um sich und ihre Kinder gerät. Wirklich nur zum Weglegen geeignet.

Der Krimi-Plot ist völlig plan- und sinnlos. Die, vorgeblich politischen, Ziele des letztlich alles bedingenden Carl Wingert sind von Beginn an nur unglaubwürdig entworfen, seine Darstellung als Terrorist bleibt bis zuletzt dümmlich und naiv. Die Figur des Jeremy Wesson: Warum eigentlich bestand der Plan darin, unbedingt Amelia Nolan zu heiraten, um sich dann ihr gegenüber wie ein Halbidiot aufzuführen und wahllos um sich herum zu morden? Es fehlt jedes eingehende Motiv. Der ganze Roman entbehrt jeder nachvollziehbaren, realistischen Krimi- oder Thriller-Handlung. Ich habe immer darauf gewartet, dass für irgendetwas tatsächlich noch mal eine Motivation, Begründung oder Rechtfertigung auftaucht, aber da kommt bis zum Schluss nichts Substanzielles.

Als wäre der Schmarrn nicht schon abgedroschen genug, überfrachtet die Autorin das Ganze mit dem obligatorischen Afghanistan-Krieg und der PTBS heimkehrender Soldaten, alles rosarot in Klischees verpackt, kein einziger greifbarer Fakt, einfach nur Seiten füllendes Gefasel. Innere und äußere Pseudo-Konflikte.

Am Schlimmsten: etwas mehr als ein Drittel des Romans präsentiert sich als verklemmter Blümchen-Sex-Softporno, bei dem man lediglich das Gefühl und den Geruch von Bio-Kernseife nachempfinden kann. Die in der 2. Hälfte des Romans stattfindende Szene höchster sexueller Begierde ist so knöchern, altjüngferlich und verkitscht, dass ich ganz ehrlich sagen muss: Lieber nie mehr Sex als so etwas. Das war echt zum Fremdschämen.

Schade um das Geld

Eisige Glut

Doris

20. Dezember 2015

Sandra Brown at her best

Jeremy Wesson ist tot. Ermordet vom Ehemann seiner Geliebten und an die Hunde verfüttert. Von seiner Exfrau Amelia hatte er sich bereits zuvor entfremdet, als aus dem liebevollen Ehemann und Vater ein an Alpträumen leidender, aggressiver Mann geworden war. Dawson Scott ist gerade erst aus dem Nahen Osten zurückgekehrt und soll nun auf die Bitte seines Patenonkels Healy, eines ehemaligen FBI-Agenten, hin von der Verhandlung berichten. Er tut es widerwillig, doch als er Amelia zum ersten Mal als Zeugin im Gerichtsverfahren sieht, muss er sie kennenlernen. Nicht nur um Informationen zu beschaffen, sondern auch um mehr über sie zu erfahren. Anfangs ist die junge Frau abweisend; sie will ihre Söhne schützen und nicht, dass die Geschichte in einem Artikel ausgeschlachtet wird. Als sie von Healys und Dawsons Verdächtigungen erfährt, wird ihr allerdings klar, dass viel mehr hinter der ganzen Sache steckt als nur der Mord an Jeremy. Die Hintergründe sind viel erschreckender und das große Ganze viel weitreichender als anfangs zu erahnen ist.

Dawson Scott ist ein typischer Sandra Brown-Held wie ich ihn auch in „Kalter Kuss“ beschrieben habe. Er ist ganz und gar nicht perfekt, mit Fehlern und Makeln. Sein Job als Kriegsreporter hat seinen Tribut gefordert; er leidet an PTBS, greift zu Alkohol und Tabletten, um die Erinnerungen auszulöschen. Doch gerade dieses Nicht-Perfekt-Sein macht ihn für mich so interessant.

Amelia Nolan hingegen hat keine besonderen Laster oder Geheimnisse. Sie versucht einfach nur, ihr aus der Bahn geratenes Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und ihren Söhnen, die schon so viel durchgemacht haben, eine gute Mutter zu sein, was sie auch ist. Sie hat stets zu Dawson gehalten, auch als sich dieser zurückziehen wollte; war mitfühlend und rational denkend. Eine schöne, bemerkenswerte Heldin.

Jeremy Wesson hat kein Mitleid verdient. Trotzdem hat Dawson genau die richtigen Worte gefunden: „Und ja er tat mir leid. Weil auch er ein Opfer war.“ (Seite 430). Und als es zu Ende ging, hat Dawson einmal mehr bewiesen, dass er ein guter Mann ist. Ebenso scharf grenzt die Autorin ihre Bösewichte ab. Dieser hier ist wohl einer der schlimmsten Soziopathen, die sie bisher aufs Papier gebracht hat. Für die Dinge, die er gesagt und getan hat, hätte ich ihn am liebsten eigenhändig umgebracht.

Jede/r Autor/in hat seinen/ihren eigenen Stil. Sandra Brown gibt immer gerade so viel von der Handlung preis, dass die Neugier des Lesers befriedigt ist. Und gerade wenn man glaubt, der Geschichte folgen zu können; dass alle losen Fäden befriedigend verknüpft sind, gelingt es der Autorin mit einem weiteren überraschenden Kniff; einer weiteren unerwarteten Enthüllung noch einmal Spannung in die Geschichte zu bringen. Auch in „Eisige Glut“ verbindet sie Menschen und Ereignisse aus Vergangenheit und Gegenwart so lückenlos, dass ich keine „plot holes“ entdecken konnte. Die Spannung wird dabei sorgfältig aufgebaut und bleibt unvorhersehbar. Auch die Nebencharaktere wie die Healys und Glenda sind nicht nur schöne, notwendige Beigabe, sondern tragen einen bedeutenden Teil zur Geschichte bei.

Wie ihre Charaktere sind auch Browns erotischen Szenen nicht „perfekt“ sondern ungeschönt und realistisch. In „Eisige Glut“ gibt es keine „unangenehm-peinliche“ Sexszenen (etwa in „Ewige Treue“); es braucht lange Zeit nicht einmal den eigentlichen Akt, um die schwelende sexuelle Spannung zwischen Dawson und Amelia greifbar zu machen. Das schaffen schon die wenigen sinnlichen Küsse und das angedeutete Verlangen. Und als es dann wirklich so weit ist, ist es erotisch und spontan.

Ich bin seit Jahren ein großer Sandra Brown-Fan (zumindest ihrer Thriller) und auch mit „Eisige Glut“ hat sie mich nicht enttäuscht. Ein solider romantischer Thriller voller Irrungen und Wirrungen, der keine Langeweile aufkommen lässt. Im Gegenteil, ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen und kann es kaum erwarten, etwas Neues von ihr in die Finger zu bekommen.

Ein Lob auch an den Verlag, dem eine wirklich gute Übersetzung gelungen ist. Ich hatte gar nichts daran auszusetzen, obwohl ich Übersetzungen ja sonst eher kritisch betrachte und meist lieber beim Original bleibe.

Vielen Dank an blanvalet und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Leseexemplars

Eisige Glut

Harakiri

13. Dezember 2015

Gute Unterhaltung

Amelia muss in einem Mordprozess aussagen. Über das Labourdaywochenende ist jedoch Pause und sie flieht mit ihren Kindern in die scheinbare Ruhe ihres Ferienhauses. Doch hier geschehen geheimnisvolle Dinge und Amelia gerät in Gefahr. Wem kann sie trauen? Als dann ihr Kindermädchen ermordet wird, überschlagen sich die Ereignisse und Amelia sucht Schutz bei Dawson. Doch auch der ist nicht ganz ehrlich zu ihr…



Sicher – ein etwas konstruiert wirkendes Buch, die Handlung ist schon sehr vorhersehbar (wobei sie mich in einem Punkt dann doch überrascht hat), aber dennoch durchaus lesenswert. Sandra Brown ist eine Autorin, die es versteht, Worte aneinanderzureihen, die sich beim Lesen quasi von selber wieder abspulen. Die Schreibweise ist dermaßen flüssig, dass man eine Seite nach der anderen in Rekordzeit umblättert und sich dennoch bestens unterhalten fühlt. Ihre Charaktere landen irgendwann miteinander im Bett – das ist immer so und stört auch nicht weiter, wenn es – wie hier- nicht überhandnimmt und die eigentliche Handlung überdeckt. Ich habe mich beim Lesen gut aufgehoben gefühlt und mit Amelie und ihren Kindern mitgefiebert. Auch in Dawson konnte ich mich gut hineinfühlen und er hat einige Sympathien in mir geweckt.

Die Handlung hatte einige spannende Stellen im Angebot, ließ dem Leser aber auch Zeit, sich zu erholen und gaukelte ihm eine heile Welt vor. Die aber gar nicht so heile war. Weit aus der Vergangenheit heraus sinnt jemand auf Rache – und die macht vor keinem Halt. Zugegen, auch das ist nicht neu, aber hier sehr spannend erzählt und relativ glaubwürdig aufgebaut.

Fazit: Ein unterhaltsames Buch mit wenig Tiefgang, aber dennoch wert zu lesen.

Warnschuss

Dorothea Müller

09. September 2015

verwirrend und spannend

Detektiv Duncan Hatcher ist fassungslos der Drogenbaron kommt schon wieder frei. Kurz darauf wird im Haus des Richters jemand erschossen und nichts passt zusammen. Nicht nur Elise, die Ehefrau des Richters verheimlichen was sondern auch der Richter selbst. Als dann Elise spurlos verschwindet und noch ein Toter auftaucht hat nix einen Sinn mehr.

Keine einzige Brotkrumen um schon vorher zu wissen wer der Böse ist. Ich war die erste Hälfte mehr verwirrt als das ich durchgeblickt habe. Irgendwie gab nichts einen Sinn, doch um so mehr ich gelesen habe gab sich langsam ein Bild ab. Die Spannung war trotz der Verwirrung da. :) Die Neugier hat aber auch geholfen. Obwohl ich Elise als Männerfresser nicht wirklich glaubwürdig war.

Süßer Tod

Dorothea Müller

03. August 2015

Spannung pur

Als Britt Shelly aufwacht, liegt sie in einem fremden Bett und neben ihr der Polizist Jay Burgess. Sie merk schnell das er tot ist. Sie weiß nicht mehr wie sie in das Bett gelangt ist noch warum Jay tot ist. Doch schnell wird sie verdächtigt ihn getötet zu haben. Dann taucht Ex-Feuerwehrmann Raley Gannon auf. Ihm passierte so was ähnliches.....

Als ich die ersten fünf Seiten gelesen hatte, dachte ich mir oh mein Gott was wird das für eine Geschichte. Doch dann wurde es endlich interessant und spannend, hörte bis zur letzten Seite auch nicht auf. Vor allem gibt es immer wieder Überraschungen, die man so nicht erwartet hatte. Ich konnte das Buch nur so verschlingen. Auch eine Liebesgeschichte gibt es, obwohl es recht holprig beginnt. :) Ein paar Stunden fesselt einen das Buch und aufhören ist eine Option.

Böses Herz

Anna

31. Mai 2015

Viele Wendungen

Das Cover ist zwar sehr schlicht, aber hat was. Der Kontrast der schlichten Farben gefällt mir gut und das rote Blatt sticht sehr raus.

Wenn man genau hinsieht, sieht man im Hintergrund Striche und Konturen. Ich finde, dass diese Ähnlichkeiten mit einem Ball haben, der auch im Buch eine wichtige Rolle spielen wird.

Der Einstieg ging direkt mehr oder weniger rasant los. Eigentlich wird der Leser direkt in das Buch hineingeworfen, ohne das er genau weiß, wer die Charaktere sind und wo er sich befindet. Das hat mir gut gefallen, da man zum einen direkt an das Buch gefesselt wird und zum anderen lernt man die Charaktere ja im Laufe des Buches am Besten kennen.

Die Charaktere finde ich gut getroffen. Auch wenn man es Honor anfangs nicht anmerkt, ist sie eine starke Persönlichkeit, die nicht davor zurück scheut, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Coburn hingegen war mir anfangs ganz und gar nicht sympathisch. Er war sehr egoistisch und nur auf sich bedacht und schreckte vor fast nichts zurück. Allerdings musste ich ihm auch schon da zu gute legen, dass er gewisse Situationen nicht ausgenutzt hatte. Im Laufe des Buches wurde er mir dann immer sympathischer, weil ich ihn auch viel besser kennenlernen konnte.

Auch wenn die Situationen oft heikel und traurig waren, gab es da noch die kleine Emily, die mit ihrem kindlichen Witz die Sache aufgelockert hatte und ich sie einfach ins Herz schließen musste. Selbst ein ach so starker Coburn, konnte ihr irgendwann nicht mehr widerstehen.

Die Handlung war nicht sehr rasant, aber dennoch meistens spannend. Ich konnte bis zum Ende hin mit fiebern.

Die Autorin schaffte es immer wieder mich zu verwirren, in dem sie Wendungen in den Thriller brachte und ich habe tatsächlich erst auf den letzten Seiten herausgefunden, wer all die Aufträge gibt.

Das Ende war dann doch noch einmal interessant. Allerdings hatten mich die letzten Seiten sehr unbefriedigt zurückgelassen, da der Leser nicht aufgeklärt wird, wie es mit Honor und Coburn weitergeht. Das fand ich sehr schade, da ich wirklich beide zu lieben gelernt hatte.

Böses Herz

Lasszeilensprechen

06. Mai 2015

Abwechslungsreicher Thriller mit dezenter Lovestory

Honor findet einen fremden, blutüberströmten Mann in ihrem Vorgarten vor. Dieser Mann, Lee Coburn, wird wegen Mordes an sieben Menschen gesucht und befindet sich auf der Flucht. Nicht nur, dass Coburn Honor und ihre Tochter als Geiseln nimmt, sondern Coburn behauptet auch noch, dass Honor sich in Gefahr befindet und der Tod ihres Mannes kein Unfall war. Für Honor stellt sich die Frage: Kann ich meinem Geiselnehmer vertrauen?!

Für mich war das mein erster Thriller von Sandra Brown. Prompt landet man ohne große Vorworte in der Geschichte, was mir sehr gut gefallen hat. Eigentlich glaubte Honor bisher, dass ihr Mann bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist. Coburn tritt plötzlich in ihr Leben und wirft alles buchstäblich durcheinander. Honors Sorge um ihr Kind, aber auch ihr Hin-und Hergerissen Sein zwischen dem, was Honor wirklich glauben soll, werden bereits auf den ersten Seiten gut beschrieben.

Lange habe ich hin und her gerätselt, was wirklich Coburn Absicht ist. So bleibt die Story spannend. Die einzelnen Protagonisten fand ich gut dargestellt, vor allem Honors kleine Tochter Emily, die für viel Witz sorgt. Coburn selbst ist grob, aber gleichzeitig sympathisch, Honors Persönlichkeit wird mit der Zeit entwickelt. Ein Wechsel zwischen ihrer Flucht und der Polizeiarbeit machen das Buch spannend.

Ich bin wirklich überrascht gewesen, wie Sandra Brown es schafft, den Leser in Unklaren zu lassen, was die Rolle der einzelnen Charaktere angeht. Das Ende ist zwar überraschend, aber leider etwas weit hergeholt und unausgereift. Der Epilog lässt auf jeden Fall Platz für mehr. Ein spannender Thriller mit dezenter Lovestory, für den ich 4 Sterne vergebe.

Böses Herz

Conny G.

24. April 2015

Fesselnd und spannend von der ersten Seite an

Sandra Brown hält sich bei diesem Thriller nicht mit langen Vorgeschichten auf. Gleich auf den ersten Seiten erlebt der Leser wie Emily, die kleine Tochter der jungen Witwe Honor, einen fremden Mann, der offenbar schwer verletzt ist, im Garten entdeckt. Als Honor ihm zu Hilfe eilt, wird sie von ihm als Geisel genommen und der Fremde dringt in ihr Haus ein.
So beginnt die Geschichte von Honor, Emily und Lee Coburn, der ein siebenfacher Mörder sein soll.

Es ist Sandra Brown sehr gut gelungen Honors Angst und vor allem die Sorge um ihre Tochter darzustellen.
Es knistert vor Spannung, denn die Situation in Honors Haus ist angespannt und teilweise auch ein bisschen grotesk. Genau wie Honor wird dem Leser zunächst nicht klar, was Coburn beabsichtigt. Erst als er sich ihr offenbart bekommt die Sache eine Wendung und Honors Leben wird völlig umgekrempelt. Honor und Emily sind nach wie vor in Coburns Hand, aber ganz allmählich baut sich eine Beziehung auf, denn Honor bleibt nichts anderes übrig, als Coburn zu vertrauen.

Die Figuren sind gut ausgearbeitet und facettenreich. Honors Fokus im Leben liegt nach dem Tod ihres Mannes natürlich auf ihrer kleinen Tochter. Ihre Handlungen und Entscheidungen wirken, auch in der schwierigen Situation und im Zusammenspiel mit Coburn glaubhaft.
Die kleine Emily ist einfach niedlich und einer 4-jährigen entsprechend dargestellt.
Besonders gelungen fand ich, wie sie auf Coburn zuging und ihn schließlich auch in ihr Herz geschlossen hat.
Coburn ist ein rätselhafter, geheimnisvoller und eher „eiskalter“ Typ, aber man erkennt den weichen Kern in ihm.

Im zweiten Handlungsstrang erleben wir die „andere Seite“, Polizisten, FBI-Agenten die Jagd auf Coburn machen. Da gibt es eine ganze Reihe Personen, die eine Rolle spielen, alle verschieden und mit unterschiedlichen persönlichen Schicksalen.
Gut gesetzte Wechsel zwischen beiden Handlungssträngen halten die Spannung durchgängig hoch, besonders da die Kapitel häufig mit einem Cliffhanger enden.

In diesem Thriller ist vieles nicht so, wie es zu sein scheint. Die Handlung ist temporeich mit viel Action und häufigen Szenenwechseln. Sandra Brown schafft es, den Leser bis zum Schluss im Unklaren zu lassen, wer zu den „Guten“ und wer zu den „Bösen“ gehört und ganz besonders, wer der „Bookkeeper“, der Drahtzieher, ist.
Ich hatte zwischendurch einige Vermutungen, die sich alle als falsch herausgestellt haben. Die letztendliche Enthüllung hat mich regelrecht kalt erwischt, weil ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte.

Dieser Thriller hat mich durch die gut gelungene Mischung überzeugt. Ein cleverer, gut durchdachter Plot, interessante und facettenreiche Figuren, eine kleine Lovestory zwischen den beiden Hauptprotagonisten, viele Geheimnisse und falsche Fährten bieten Hochspannung und haben mich bestens unterhalten.
Und im Epilog gibt es noch eine kleine Überraschung mit einem ungewöhnlichen Ende, das dem Leser Raum für eine eigene Interpretation gibt und für mich das Sahnehäubchen für diesen fesselnden und lesenswerten Thriller war!

Fazit: 5 von 5 Sternen

Nachtglut

Martinas Buchwelten

19. April 2015

Sterotypische Charaktere, altebkannte Story, aber spannnendes Finale

Dieser Romantic Thriller wurde bereits im Jahr 2000 das erste Mal auf deutsch veröffentlicht und vom Blanvalet Verlag neu aufgelegt.
Der Klappentext führt ein bisschen in die Irre. Im Groben geht es zwar darum, was oben die Inhaltsangabe verspricht, aber wie und warum dies alles passiert, wird im Großteil des Thrillers/Romans beschrieben.
Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt. Im Ersten lernen wir den kaltblütigen Verbrecher Carl Herbold und seinen Bruder Cecil kennen. Im anderen Erzählstran geht es um einige Bewohner von Blewer: den gerade in Rente geschickten Sheriff Ezra Hardge, den ein nicht gelöster Fall nicht zur Ruhe kommen lässt, den rastlosen Jack Sawyer, der auf der Corbett Ranch seine Hilfe als Mädchen für alles anbietet und die Bewohner der Ranch: Delray Corbett, seine taubstumme Schwiegertochter Anna und ihr Sohn David.
Als Carl und sein Kumpane Myron aus dem Gefängnis ausbrechen, pflastern Leichen ihren Weg bis nach Blewer, wo sie sich an Delray Corbett, Carls Stiefvater, rächen wollen.

Während Jack hier den unnahbaren und geheimnisvollen Beschützer von Anna und David gibt, der auch noch die Ranch erhalten will, kämpft Ex-Sheriff Ezzy Hardge mit seinen Dämonen aus der Vergangenheit und Anna gegen die Vorurteile der Menschen.
Die Geschichte an sich ist für mich leider nicht neu. Die Autorin hat bereits ähnliche Begebenheiten in ihren Romantic Thrillern beschrieben, sodass ich leider sehr schnell ahnte, wie die ganze Geschichte ablaufen wird....und ich hatte Recht! Das hat natürlich den Lesespaß deutlich gemindert, auch wenn Sandra Brown doch noch einige überraschene Wendungen eingebaut hat. Die Spannung nahm besonders im letzten Abschnitt zu und ich konnte zu diesem Zeitpunkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der Inhalt war aber, wie bereits erwähnt, mir als Sandra Brown Leserin bekannt bzw. ähnelte er sehr anderen Büchern der Autorin. Durch die Neuauflage kann nich jetzt allerdings nicht sagen, ob dieser Geschichtsverlauf damals neu war und die Folgebücher ähnlich aufgebaut wurden oder umgekehrt.

Ebenfalls altbekannt sind bei den Büchern von Sandra Brown die eher stereotypischen Charaktere. Es gibt nur gut oder böse. Und natürlich darf eine kleine Prise Lovestory nicht fehlen. Die war hier wieder ganz okay dosiert. Zuviel an Schmalz mag ich ja gar nicht ;) Neu war, dass die junge Anna taubstumm war. Innerhalb kurzer Zeit habe ich jetzt zwei Romane gelesen, in denen es um Gebärdensprache und Taubstummheit geht. Ein Thema, das ich sehr interessant finde und das in Romanen nicht sehr oft vorkommt.
Trotz aller Kritikpunkte nimmt die Spannung laufend zu. Das Buch ist aber definitiv ein Thriller/Roman für Frauen (soll jetzt nicht abwertend klingen, jedoch ist dies eher ein Buch, das Frauen besser gefallen wird), und deshalb hier zurecht unter Romance Thriller fällt.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist einfach. Die Sprache ist teilweise sehr rau, besonders, wenn wir über Carl, Myron und Cecil lesen. Das ist natürlich angepasst, da es sich um Verbrecher handelt. Aber auch in den anderen Erzählsträngen wirkt die Sprache oft ungeschliffen. Man liest sich hier leicht und flüssig durch die Geschichte, ohne viele Ausschmückungen.

Fazit:
Altbekanntes Schema der Autorin mit stereotypischen Charakteren. Der Spannungsbogen baut sich zum Ende hin gut auf und macht den Roman noch fesselnd. Die kleine Prise Liebe darf bei diesem Romantic Thrill auch nicht fehlen. Ganz nett, aber es gibt Besseres von der Autorin.

Ewige Treue

Kerry

07. März 2015

Ein Buch für angenehme Lesestunden

Fünf Jahre saß Griff Burkett im Gefängnis. Einst ein gefeierter Football-Star, jetzt ganz unten angekommen. Sein Vermögen ist weg, er hat keinen Job mehr, keine Freunde, keine Familie - einfach niemanden, der ihm zur Seite steht. Lediglich sein Anwalt Wyatt Turner holt ihn bei seiner Entlassung ab, jedoch nur, um ihn in ein schäbiges Apartment zu bringen und sicher zu stellen, dass Griff "sauber" bleibt. Stanley Rodarte jedoch hat schon auf Griff gewartet. Vor fünf Jahren brachte er ihn ins Gefängnis, doch was er eigentlich wollte, bekam er von Griff nicht.

Griff, der noch nicht wirklich realisiert hat, wie sein neues Leben aussieht, erhält unverhofft eine Einladung von Forster Speakman, einem Selfmade-Millionär, der ihm ein unmoralisches Angebot macht. Forster, der seit einem Unfall querschnittsgelähmt ist, will, dass Griff seine Frau Laura schwängert. Dafür erhält Griff ein fürstliches Honorar und Forster seinen erhofften Erben. Laura, die sich am Unfall, der ihren Mann an den Rollstuhl fesselte, schuldig fühlt, ist damit einverstanden. Schnell werden sich die Parteien handelseinig und Griff erklärt sich bereit, sich einmal im Monat mit Laura zu treffen, um mit ihr ein Kind zu zeugen, denn Forster besteht darauf, dass sein Erbe auf natürliche Weise gezeugt wird.

Was sich jedoch in der Theorie so einfach anhört, entwickelt sich in kürzester Zeit zu einer moralischen Zwickmühle, denn Griff beginnt, sich in Laura zu verlieben und auch Laura entwickelt langsam aber sicher Gefühle für Griff, steht jedoch nach wie vor zu ihrem Ehemann und würde diesen, auch auf Grund ihrer Schuldgefühle, niemals verlassen. Nicht lange nach dem Beginn der Treffen, wird Laura tatsächlich schwanger und von nun an werden sich, so ist es geplant, die Wege von Griff und Laura nie wieder kreuzen. Dann jedoch wird Forster ermordet - und Griff ist der Hauptverdächtige. Ausgerechnet Stanley Rodarte übernimmt die Ermittlungen in dem Fall, doch von Ermittlungen kann hier nicht die Rede sein. Eine Hetzjagd auf Griff beginnt und auch Laura steht bald in der Schusslinie Rodarte ...


Ein Buch für angenehme Lesestunden. Der Plot wurde detailliert und abwechslungsreich erarbeitet, jedoch war das Ende wenig überraschend, was ich jedoch bei diesem Buch auch nicht wirklich anders erwartet habe. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, sodass sich das Buch förmlich von selbst gelesen hat. Die Figuren, allen voran Protagonist Griff, wurden tiefgründig und facettenreich erarbeitet. Sehr gut hat mir die Figur des Griff an sich gefallen, seine Vergangenheit und wie er sich von einem Sozialfall in seiner Kindheit zu einem gefeierten Star gemausert hat und auch später, als er den tiefen Fall überstand, dass er charakterlich nicht klein zu kriegen war und schlussendlich bereit war, für das zu kämpfen, was ihm wichtig ist. Jeder der mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich eine ausgeprägte Schwäche für Sandra-Brown-Bücher habe. Zwar habe ich seit meiner Kindheit immer irgendwas gelesen, Sandra-Brown-Bücher jedoch waren meine Wegbegleiter in die Welt der Erwachsenen-Bücher, sodass diese auch heute noch einen festen Platz in meinem Herzen haben.